Anwendungsbeispiel: Patcha Mama – Teil 1

Neben den beiden Klonen der Solostimme (dank Tracks und Melodyne) sowie den Realivox Ladies ist hier auch wieder der Aaah-Choir des Nord Electro 5 dabei, den ich sogar noch mit einer Kirchenorgel unterstütze.

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Die Register der Orgel habe ich so zusammengestellt, dass sie sich nicht in den Vordergrund spielt aber dennoch die Klangkulisse bereichert.

Stilistisch ist das Pathos schon ein wenig dick aufgetragen und grenzt an eine Schlagerpassage (Heyaheya …). Egal – insgesamt betrachtet gehe ich mit dem Projekt kein Risiko ein, im Mainstream-Radio zu landen.

Bevor es zum zweiten Teil der Arbeit, dem Abmischen geht, möchte ich noch den Taubenflug mit Melodyne stretchen. Beim ersten Versuch ist mir Cubase 8.5 glatt abgestürzt. Ich vermute, dass die Sache stabiler läuft, wenn ich die Puffergöße erhöhe.

Ich gehe also von aktuell 128 Samples (knapp 7 ms Latenz beim RME Fireface 802) auf 512 Samples. Das sollte eigentlich reichen. Und dieses mal klappt´s.

Melodyne verwendet den Algorithmus „Mehrstimmig gehalten“. Das passt für mein Anliegen. Ich stretche die harmonischen Teiltöne, exportiere das Ergebnis und mische den echten mit dem transformierten Taubenflug.

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So richtig zufrieden bin ich mit dem Ergebnis nicht. Der Effekt klingt sehr futuristisch, aber der Original-Taubenflug ist leider etwas kurz geraten. Selbst die gestretchte Version muss ich kopieren und die Kopien zusammenkleben, um mehr Länge zu erreichen. Die Kopie lasse ich rückwärts ablaufen (Cubase Kofzeilenmenü Audio → Effekte → umkehren; das muss vor dem Zusammenkleben erledigt werden). Zudem peppe ich die transformierte Version mit Cableguys PanShaper auf …

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… und versorge das Original mit einem Echo, Native Instruments Replika, um es zu verlängern.

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Zwischendurch stürzt Cubase erneut ab. Gut, dass ich kurz zuvor abgespeichert habe. Die Geräuschtextur besteht jetzt aus dem Taubenflug, dem transformierten Taubenflug und dem Klangteppich aus Era 2.

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Hinzu kommen noch der düster vor sich hin dröhnende Trilian-Bass, Fragmente des Cyclop-Sequenz und natürlich der Gesang.