Test: u-he Satin

Der Fange-Mode

Ein Bandmaschinen-Flanger ist etwas sehr Spezielles und weicht deutlich von den klassischen LFO-Flangern ab. Ein Bandmaschinen-Flanger ist ein One-Shot-Effekt und wird erreicht, indem man eine identische Aufnahme auf zwei synchronisierten Bandmaschinen ablaufen lässt. Um das Flanging zu erzielen, wird die zweite Bandmaschine im Tempo an einem bestimmten Punkt verlangsamt oder beschleunigt. Dabei wird sie nur während dieser Effekt-Passage hörbar gemacht, sonst würden permanente Phasenauslöschungen und unerwünschte Klangverfärbungen den gesamten Song begleiten.

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U-he hat diese klassische Arbeitsweise mit dem Einbau einer Trigger-Taste umgesetzt. Diese wird per MIDI-Learn einem externen Controller zugewiesen oder einfach durch das Spielen einer beliebigen Taste im Satin MIDI-Kanal (Note-On-Befehl) ausgelöst. Die Dauer des Flangings kann per Aufklappmenü in einem sehr weiten Bereich eingestellt werden – auch temposynchron in Notenwerten. Über Multiply lassen sich die Werte weiter verkürzen oder verlängern; per Shape können andere Verläufe abseits des linearen verwendet werden. Per Range stellt man die Zeitverzögerung zwischen beiden Bandmaschinen ein (max. 20 ms).

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Während der echte Bandmaschinen-Flanging-Effekt als One-Shot-Aktion eingesetzt wurde, kann man mit Satin den Trigger natürlich beliebig wiederholen, auch während das Flanging läuft. Dabei kommt es zu einer Rückwärts-Bewegung des Indication-Sliders, was soviel wie eine gegenläufige Verschiebung der Geschwindigkeit des zweiten Bandes bedeutet: Hat man es zunächst verlangsamt, so beschleunigt man es beim erneuten Triggern wieder.

Im folgenden Audiodemo hören Sie erneut einen Toontrack EZdrummer Beat (aus Soul Grooves und mit dem EZX Jazz – Brush Delight Drumset). Zynaptiq Unveil und Presswerk bearbeiten wie gehabt den Beat. Die Gitarre stammt aus Ueberschall Guitar und ist mit diesen Inserts ausgestattet: Positive Grid Bias FX Pro, u-he Presswerk und natürlich Satin.

 

Das Flanging punktgenau über MIDI-Noten zu triggern, ist eine feine Sache. Mit logarithmischen und exponentiellen Verläufen (der Manipulation der Bandmaschinengeschwindigkeit) lässt sich dessen Abklingen genau definieren. Alternativ kann man auch den Indication-Slider via MIDI-Learn steuern oder automatisieren, wenn man ein permanentes Flanging haben möchte, das mit der Sliderbewegung dann ebenfalls genau gesteuert werden kann.

So hört es sich ohne Plug-ins an: