Report: Abschied vom Mac – oder: Wie man mit einer PC-Workstation befreit durchstarten kann

 

Das Traumstudio – Mac und PC im Zeitenwandel

Es ist noch nicht lange her, da galt ein Mac als das Non-Plus-Ultra unter den DAWs. Wer etwas auf sich hielt (schon alleine das schicke Design …), wer absturzfrei und nervenschonend arbeiten wollte, besorgte sich einen Mac G4, später einen Mac Pro. Macs galten als Garant für Solidität. PCs wurden lange Zeit als die zweite Wahl betrachtet, als Low-Budget-Alternative für Homerecordler – oder als Option für ambitionierte Bastler, die sich mit den Komponenten genau auskennen.

Doch die Zeiten haben sich definitiv geändert – und das nicht erst seit gestern. Macs sind heute zwar nicht die „neue zweite Wahl“, doch in der Gegenüberstellung mit sorgfältig konfigurierten PCs begegnet man sich ohne Zweifel auf Augenhöhe.

Das, wovon viele Musiker und Komponisten Jahrzehnte lang geträumt haben, nämlich einen Profi-Sound in einer überwiegend virtuellen Umgebung zu erzielen, ohne Mega-Hardware-Tonstudio mit Investitionen im hohen fünfstelligen Bereich (und teils weit darüber), ist inzwischen Realität geworden. Virtuelle Instrumente, seien es Sampler oder Synthesizer, Plug-ins aller Art, liefern heutzutage eine umwerfende Qualität, die von leistungsstarken Rechnern profitieren – aber solche auch voraussetzen. Man kann in Sounds für alle Genres und in Tools für ein atemberaubendes Klangdesign regelrecht baden und seine Kreativität voll entfalten – ohne gleich das Konto leerräumen zu müssen und ohne die Bürde eines exorbitanten Bankkredites. Paradiesische Zustände – vorausgesetzt, die technische Basis funktioniert reibungslos.

Ein Quartett aus DAW, Audio-Interface, Monitoren und Keyboard ist die unverzichtbare Basis. Und diese sollte individuell konfiguriert werden, reibungslos funktionieren, schnell und leistungsfähig sein.

Unstabile Systeme sind Inspirations-Killer erster Güte. Man wird mit Problemlösungen konfrontiert, von dem man eigentlich gar nichts wissen wollte: Treiberkonflikte, falsche Regitry-Einträge, Zurücksetzen des Systems, von Viren und Malware ganz zu schweigen. Von solchen Dingen und wie man sie vermeiden kann, geht es in diesem Artikel auch.

Die Software alleine wird zu einem Luftschloss, wenn das System abstürzt.

Was also tun? Woher den Rechner nehmen? Mac oder PC? Und welches Audio-Interface passt dazu? PCIe-Karte, USB 2.0? USB 3.0? Thunderbolt? Firewire? Ethernet? Wie sieht es mit dem Support aus – speziell bei den Audio-Treibern? Kann es Probleme mit pausenlosen Updates und Upgrades des Betriebssystems geben? Wird die im Rechner verbaute Hardware in fünf Jahren noch zum Betriebssystem passen – oder ist dann gleich ein neuer Rechner fällig, weil die neue Software ein jüngeres Betriebssystem verlangt, das zur Hardware nicht mehr kompatibel ist?

Grundsätzlich zeigt sich hier bis dato der sorgsam konfigurierte PC flexibler: Es gibt einfach mehr Anbieter für die einzelnen Bauteile, sodass man ein älteres System in Grenzen auch nach mehr als fünf Jahren noch umbauen (lassen) kann, etwa eine neue Grafik-Karte einbauen, die Retina-Displays unterstützt oder andere Bauteile austauschen, die zum neuesten Betriebssystem nicht mehr passen. Beim Mac sieht das etwas anders aus: Hier ist man (bislang) fast ausschließlich auf das Apple-Sortiment angewiesen – und wozu das in der Vergangenheit führen konnte, darauf komme ich noch zurück.

Beim Thema PC denkt sich manch einer: Rechner gibt’s doch überall und in jeder Preislage. Und das Angebot an Audio-Interfaces ist auch nicht gerade dünn. Auch ein System deutlich unter 1000.- EUR wird schon irgendwie funktionieren. Doch solche Schnellschüsse können unerwartet teuer werden, wenn man nach einem Jahr den nächsten Rechner braucht, weil man feststellt, dass das System zu langsam, zu schmalbrüstig ist oder einfach kurzlebige Teile verbaut worden sind. Spezialisten, die mit geknackter Software arbeiten, leben besonders gefährlich, ganz unabhängig von der Qualität der Hardware.

Wer auf Nachhaltigkeit setzt, wird etwas mehr anlegen müssen, dafür aber auch mehr Spaß haben und seinem System vertrauen können. Dieses Grundvertrauen ist ein ganz wichtiger Aspekt, um befreit schöpferisch tätig zu sein. Wenn schon die Haptik im Maus-dominierten Studio zu kurz kommt, sollte zumindest der Rechner uns nicht im Stich lassen.

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