Report: Abschied vom Mac – oder: Wie man mit einer PC-Workstation befreit durchstarten kann

 

VORAB: EMPFEHLUNGEN

Bevor ich zu meinem persönlichen Erfahrungsbericht komme, ein paar Empfehlungen, teils persönliche Präferenzen, teils Tipps von Kollegen. Die Empfehlungen stellen nur einen kleinen Teil des riesigen Angebots dar und sind definitiv nicht alternativlos – aber von Menschen ausprobiert, die täglich damit arbeiten. Beim Thema Audio-Interfaces tauchen wir ein wenig in die technischen Details bzw. Hintergründe ab und versuchen ansatzweise zu klären, woher die großen Unterschiede bei den Latenzwerten kommen.

 

Ohne ihn geht gar nichts: Der Rechner

Tipp: PC vom Audio-Spezialisten nach persönlichen Vorgaben zusammenstellen lassen. Bei einem ersten Telefonat mit dem Anbieter Ihrer Wahl merken Sie schon, ob man auf Ihre individuellen Anforderungen eingeht, diese fachkundig erörtert und anhand dessen die passenden Komponenten zusammenstellt – oder ob man Ihnen eine Fertiglösung möglichst schnell verkaufen will.

Ich persönlich bin mit meiner Extreme Haswell Workstation (Anno 2015) von Digital Audionetworx nach wie vor rundum glücklich. Der Rechner wird täglich viele Stunden gefordert und läuft auch nach einigen Windows 8.1 – Updates stabil. Die Beratung vor der Kaufentscheidung war exzellent und obendrein freundlich. Daher hatte meine Suche nach dem Audio-Computerspezialisten dank des Tipps eines Kollegen schnell ein Ende. Andere Anbieter habe ich also nicht mehr getestet. Es gibt sie jedoch, schnell über Google zu finden, und es ist durchaus möglich, dass mancher Mitbewerber es ebenfalls drauf hat.

Die Odysee vom Mac Pro zur Extreme Haswell-Workstation ist Kernthema des letzten Teils dieses Reports.

 

Audio-Interfaces

Wer über kurz oder lang auf Surround updaten möchte, sollte darauf achten, dass ausreichend analoge Ausgänge vorhanden sind. Die Zahl und Art der Eingänge hängt auch davon ab, ob beispielsweise Kondensatormikrofone verwendet und mit einer Phantomspeisung versorgt werden sollen. Brauche ich Hi-Z-Eingänge, um mit der Gitarre und dem Bass direkt einzuspielen? Wie viele Line-Ins für Hardware-Synthesizer brauche ich? Sollen externe Hardware-Effekte, Kompressoren, Equalizer oder Filter eingeschleift werden, die jeweils zwei Ein- und Ausgänge belegen? Brauche ich eine mitwachsende Lösung, also etwa kaskadierbare Firewire-Audio-Interfaces oder eine Netzwerklösung – also Ausbau-Optionen, die nicht zu Lasten der Latenz gehen?

Mein persönlicher Tipp: RME Audio-Interfaces für Single-Workstation-Lösungen. Ich arbeite mit dem RME Fireface 802, das über schnelle, stabile Treiber, rauscharme Vorverstärker und für meinen Bedarf ausreichend Ein- und Ausgänge verfügt.

RME hat einen sehr leistungsfähigen und flexiblen FPGA programmiert und bietet damit die flexibelste Lösung an. FPGA steht für „Field Programmable Gate Arrray“. Um es kurz zu fassen: Der Vorteil liegt darin, dass auch nachträglich Anpassungen und Verbesserungen vorgenommen werden können, ohne die Hardware auszutauschen. Außerdem gelten FPGAs als besonders schnelle Schaltkreise. Im DAWBench Low Latency Performance Rating finden sich RME-Interfaces auf den vordersten Plätzen.

Im folgenden Abschnitt (hellblau eingefärbt) habe ich einige Informationen der Internetseite DAWbench.com zusammengefasst. Falls Sie sich tiefer in das Thema einarbeiten wollen, kann ich diese Seite nur empfehlen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, wie aktuell die Infos sind. Daher habe ich die auf DAWbench mit Namen genannten Hersteller, die OEM-Treiber verwenden, hier fast alle anonymisiert:

Abgesehen von RME arbeiten die meisten Hersteller von USB-2.0-Interfaces mit den selben OEM Treibern, entwickeln also keine eigenen Treiber. Weit verbreitet sind OEM-Treiber von XMOS oder Basis-Treiber anderer Drittanbieter. Die OEM-Treiber erreichen bei weitem nicht die Schnelligkeit und Performance der eigenentwickelten RME-Treiber.

Der meist verbaute OEM Treiber ist der sogenannte „Dice Range“ und stammt von TC Applied Technologies. Man findet ihn in Audio-Interfaces auch namhafter Hersteller. Teilweise verwenden diese allerdings nicht die Basis OEM-Treiber, sondern setzen an diesem Punkt Eigenentwicklungen ein (Avid, M-Audio).

Die Verwendung von OEM-Treibern bedeutet keine grundsätzliche Disqualifizierung. Spitzenwerte wie etwa bei RME sind damit allerdings nicht zu erzielen, auch wenn die OEM-Treiber weiter entwickelt werden, sodass inzwischen schnelle Firewire-Treiber erhältlich sind, von denen beispielsweise das Focusrite Saffire Pro und Motu-Firewire-Interfaces profitieren. (Wie gesagt: Diese Aussage stammt von DAWbench. Mein altes Motu 828mkII Firwire, das wahrscheinlich noch nicht über diese neuen Treiber verfügte, war am Mac Pro definitiv schneller als alle USB 2.0-Audio-Interfaces, die ich zwischen 2009 und 2013 getestet habe. Dabei handelte es sich um Audio-Interfaces in der Preisklasse bis 500.- EUR.)

Der Trend geht jedoch zu USB 2.0 und zu Kombi-Lösungen aus USB und Thunderbolt, wobei man Letztere als einen Schritt zurück betrachten kann (s.u.).

Zusammengefasst: Die meisten USB 2.0-Audio-Interfaces benutzen OEM Treiber, teils von diversen Drittanbietern, und sparen so die Kosten für eigene Entwicklungen zu Lasten der Performance in dem Sinne, dass hiermit keine Spitzenwerte (extrem niedrige Latenz) erzielt werden. Praktikabel sind die meisten dieser Audio-Interfaces dennoch – und natürlich machen sich geringere Entwicklungskosten auch beim Preis bemerkbar.

Es gibt laut DAWbench und auch nach eigener Testerfahrung zwischen den Audio-Interfaces mit USB 2.0-Schnittstelle und (teilweise) den selben OEM-Treibern deutliche Unterschiede bei der Latenz und auch bei der Stabilität der Kommunikation zwischen Audio-Interface und Rechner.

Alternative Empfehlung zu RME USB 2.0- und Firewire-Audio-Interfaces: Focusrite RedNet für Netzwerklösungen. RedNet ist ein ultraschnelles, ausbaufähiges System, das mit dem Studio wachsen kann. Mehrere Rechner können über ein Audio-Interface mit den Monitoren verbunden werden. Zudem gibt es andere Komponenten wie Preamps und Kopfhörerverstärker.

UAD Apollo funktioniert inzwischen auch im Verbund mit Windows-Rechnern und ist besonders interessant, wenn man auch UAD-Plug-ins zwecks Entlastung des Rechners verwenden will (diese werden dann extern berechnet). Bei aufwändigen, umfangreichen Projekten mit leistungshungrigen Klangerzeugern ist eine solche externe Berechnung auch heute noch ein Thema, wenn man etwa bei niedriger Latenz einspielen und gleichzeitig schon am Klang arbeiten will. Außerdem genießen die UAD Plug-ins zu Recht einen guten Ruf, sind allerdings nicht gerade billig – zumal man den Preis für die PCIe-Karte oder die entsprechend ausgerüsteten Audio-Interfaces mit einrechnen muss.

UAD-Interfaces, egal ob für den Mac oder den PC, sind hochwertige Produkte und über jeden Zweifel erhaben. Die Übertragung via Thunderbolt gewährt bei den UAD-Geräten niedrige Latenzen. Doch inzwischen sind auch Audio-Interfaces mit einer Pseudo-Thunderbolt-Schnittstelle aufgetaucht. Anstatt nativem PCIe werden hier Firewire- oder USB-Protokolle verwendet, also eine Thunderbolt-to-USB/Firewire OEM-Platine verbaut, die nicht die Leistung einer lupenreinen Thunderbolt-Schnittstelle erreicht.

Motu ist sicherlich eine weitere Alternative.

Focusrite Scarlett-Serie für kleinere Budgets.

Audio-Interfaces von Steinberg und Native Instruments sind ebenfalls gefragt.

Eine Klasse für sich sind Avid/Pro Tools – Lösungen.

 

Nahfeld-Monitore

Da hilft nur Testhören, denn das ist wirklich Geschmackssache. Ich persönlich lege wert darauf, dass der Sound auch Spaß macht, gleichzeitig aber analytisch gehört werden kann. Rein schönfärbende Boxen kommen natürlich nicht in Frage. Solche findet man unter Studio-Monitoren allerdings selten. Hi-Fi-Boxen sind keine gute Wahl, eher für den finalen Check im Wohnzimmer über die Hi-Fi-Anlage.

Mackie (satter, druckvoller Sound. Genau: der macht Spaß. Bei mir stehen die HR824, die es nicht mehr gibt. Die weiter entwickelten neuen Modelle sollten aber nicht allzu weit davon entfernt sein). Auch Adam und Genelec habe ich in Studios gehört und fand diese sehr angenehm, d.h.: mit differenziertem Klangbild, das aber ebenfalls Spaß machte. (Es soll ja Leute geben, die sich absichtlich mäßig bis nasal klingende Boxen zulegen, damit der Mix auch auf Billig-Anlagen hinterher noch gut klingt. So etwas wäre eine Option für Zweitboxen, alternativ gibt es das Plug-in MixChecker von Audiffied.)

 

Kopfhörer

Ebenso wie die Boxen sind Kopfhörer eine sehr individuelle Sache. Da hilft nur Ausprobieren. Die folgenden Empfehlungen sind daher besonders subjektiv.

audio-technika ATH-M50x (mein aktueller persönlicher Favorit: knackiger, präziser, runder Sound, dazu preisgünstig)

Ultrasone Signature Studio (hier habe ich nur den Vorläufer getestet, der vor allem den Bassbereich voll und rund abbildete, neutrale Mitten lieferte und in den Höhen sehr fein auflöste. Der Ultrasone Pro 900 ist noch heute mein zweiter Kontroll-Kopfhörer). Hier der aktuelle Signature Pro von Ultrasone:

Beyerdynamic DT-770 Pro (rundum gefälliger Klang, ausreichend analytisch und gleichzeitig angenehm, dürfte als Allrounder eine gute Figur machen und eignet sich besonders für Musiker beim Einspielen/Einsingen).

Alle diese Kopfhörer sind geschlossenen Modelle. Offene Modelle sind zwar meist leichter, drücken nicht so stark auf die Ohren und bieten damit einen etwas angenehmeren Tragekomfort, erreichen aber meiner Meinung nach nicht den letzten Druck im Klangbild, bilden vor allem die tiefen Frequenzen nicht so energiereich ab, wie sie tatsächlich abgemischt sind, und sind vor allem für Mikrofonaufnahmen (Gesang etc.) ungeeignet, also keine Allrounder, eher alternative Zweit- oder Dritt-Kopfhörer. Hier gibt es von AKG einige gute Modelle.

Wer übrigens für den Proberaum oder das kleine Studio einen kleinen, soliden Kopfhörerverstärker braucht, liegt beim Behringer HA400 richtig. Den 4-Kanal Preamp gibt es für ein Taschengeld.

 

Mikrofon

sE Electronics X1 wegen des unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnisses (Großmembran-Kondensator für Gesang & Allround).

Rhode-Micros (geringfügig teurer)

Es geht natürlich auch edler, dann aber mindestens dreimal so teuer. Einen seidigen, warmen und in den Höhen ausgezeichnet aufgelösten Klang liefern die Röhrenmikrofone des Berliner Herstellers BPM (TB-10, TB-95, TB-100). Besonders bei Gesangsaufnahmen erweisen sich diese Mikrofone als sehr detailgetreu und zeichnen jede Nuance auf.

Dazu unbedingt einen Popp-Schutz und einen dieser halbkreisförmigen Schallabsorber, die man auf´s Stativ schraubt – für Gesangsaufnahmen im Eintraum-Studio).

Bevor man sich für das kleine Studio ein Luxus-Röhrenmikro im vierstelligen Bereich zulegt, sollte man daran denken, dass es inzwischen zahlreiche Plug-ins gibt, die die Klangqualität eines sauber aufgenommenen Signals deutlich aufwerten können. Dazu zählt beispielsweise die Multi-Röhrensimulation Black Box Analog Design HG-2, der Dynamic Spectrum Mapper, den man auch als De-Esser einsetzen kann, Eventide Elevate und EQuivocate, die Suite Nectar 2 von iZotope mit Extras wie Breath Control, Echtzeit Tonhöhen-Korrektur und MIDI-steuerbare Harmonien. Auch die Butch Vig Vocals von Waves liefern eine rasch eingestellte Aufwertung der Gesangsaufnahmen. Bei Waves ist vor dem Kauf nur die besondere Spezialität des WUP (Waves Update Plan) zu beachten. Zum WUP finden Sie nähere Betrachtungen in unserem „Raubkopierer„-Artikel.

 

Computermonitor

Zweimal zugreifen, am besten 28 Zoll. UHD 4K oder die neuen 5K Modelle (im Apple-Jargon Retina) benötigen eine spezielle Unterstützung der Grafikkarte. Es müssen aber nicht unbedingt solche Monitore sein. Habe mir gerade einen zugelegt und muss sagen, dass es ohne auch geht (anders als bei der Grafik und Fotobearbeitung, wo der Zugewinn an Auflösung und Bildqualität mehr bringt). Im Musikbereich sind viele Oberflächen und Plug-ins noch nicht in 4K-Qualität vorhanden.

Trotz Einstellung der Schriftgröße über Windows 8.1 kann es vorkommen, dass Aufklappmenüs plötzlich im Kleinstformat abgebildet werden. Stellt man einen 28-Zoll-Retina-Monitor mit bester Auflösung neben einen herkömmlichen Monitor, so verrutscht der Mauszeiger vertikal bei der Fahrt vom einen zum anderen Monitor, und auch die Fenstergrößen der Plug-ins werden beim Verschieben neu skaliert. Das ist zwar kein großes Drama, irritiert aber permanent ein wenig. Wer mit zwei Monitoren arbeitet, braucht also idealerweise zwei Retina-Modelle in gleicher Größe, wenn es diese denn sein sollen. Dieses Skalierungsproblem wurde übrigens in Windows 10 gelöst. Leider ist aus Fachkreisen zu hören, dass man für Windows 8.1 eher nicht mit einem entsprechenden Update rechnen sollte.

Die Preise für herkömmliche Monitore sind inzwischen erfreulich niedrig. Retina-Monitore in 28 Zoll kosten doppelt bis dreimal so viel (aufwärts).

Egal ob herkömmlich mit DVI- oder HDMI-Anschluss oder ob 4K/5K: Selbst auf dem Gebrauchtmarkt kann man zugreifen, etwa über Ebay Kleinanzeigen und dann selbst abholen.

Bei der Wahl der Monitorgröße kommt es auch auf den Komplettaufbau des Studios an. Riesenmonitore sind nicht immer die beste Wahl. Für die Halswirbelsäule ist es am besten, wenn man mit leicht geneigtem Kopf auf den Monitor schaut. Solche Ansprüche kollidieren leider mit anderen Prämissen, wie das folgende Beispiel zeigt:

Da ich möglichst gerne alles zentral vor mir habe, im Hot Spot der Nahfeldmonitore sitze und Über-Eck-Einspielen über den Synthesizer nebenan nicht ergonomisch finde, ist die räumliche Platzierung von Rechner-Tastatur → dahinter das Masterkeyboard → darauf das Controllerkeyboard → dahinter die Computer-Monitore, flankiert von den Nahfeld-Monitoren, Zentimeterarbeit. Die beiden Monitore müssen trotz der beiden Keyboards natürlich vollflächig sichtbar sein, ohne sich nach vorne zu bücken und den Kopf zu verrenken. Sie müssen ohne eine Lücke dazwischen direkt nebeneinander stehen. Zu große Bildschirme führen dann dazu, dass bei einer Surroundanlage der Center-Speaker teils zugestellt wird.

 

Masterkeyboards für Pianisten

Kawai, Lachnit, Clavia

Ein Blick auf die Verarbeitung der Klaviatur des Lachnit MK22:

88 Tasten sollten es eigentlich sein. Leider sind die günstigen Modelle meist etwas klapprig und teils mit geräuschintensiver Hammermechanik versehen.

Das Kawai VCP 1 ist mein Favorit wegen der fantastisch spielbaren Klaviatur und des exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnisses.

Leider fehlen abgesehen vom Pedal-Trio jegliche Controller, selbst Modulationsrad, Pitch Bender und ein Anschluss für ein Expression-Pedal. Man kann aber bequem ein (kleines) Controllerkeyboard mit 49 Tasten oben drauf stellen. Das muss dann auch nicht viel kosten.

Alternativ zum Kawai sehe ich das Lachnit MK22 für höchste Ansprüche und in der Luxus-Preisklasse. Die Klaviatur ist ein Traum und genügt laut Hersteller auch den Ansprüchen von Piano-Studenten (was ich nachvollziehen kann). Das Lachnit liefert durch eine spezielle Technik zudem eine weitaus feinere Auflösung der Anschlagsdynamik als die übliche MIDI-CC-Skala mit 127 Werten. Allerdings kann damit nur wenige Software etwas anfangen (Pianoteq z.B.).

Wer eine gute Klangerzeugung On Board mitnehmen möchte und auf der Suche nach einem soliden, auch auf den Live-Betrieb ausgerichteten Instrument ist, sollte sich den Clavia Nord Stage 3 und das Nord Piano 3 ansehen, die ebenfalls über eine gute Klaviatur verfügen.

 

Controllerkeyboards

Wer nicht vom Klavier kommt, braucht nicht zwingend eine Hammermechanik, schon gar keine billige. Dann lieber eine gute Synthesizertastatur, die auch in Controllerkeyboards in der mittleren Preisklasse aufwärts verbaut werden. Falls es keine 88 Tasten sein können, dann wenigstens 73. Bei Sample-Libraries, die mit Key-Switches arbeiten, oder bei großen Drum-Libraries muss man sonst immer wieder transponieren und erreicht nie alle Sounds auf einmal.

Ich hatte Controller-Keyboards mit ansprechender Tastatur von Akai, Korg, Arturia und NI in der Test-Werkstatt, teils mit erstaunlich umfangreicher Software im Beipack, speziell bei Arturia und NI.

 

Das Akai Advance 61 gehört zu den am besten ausgestatteten  Controllerkeyboards in der mittleren bis gehobenen Preisklasse, leider nicht mit 73 oder 88 Tasten erhältlich. Die Virtual Instrument Player Software ermöglicht das Spielen vieler Plug-ins ohne DAW. Multis mit acht Instrumenten sind möglich. Die Tastatur verfügt über Aftertouch. Viele Mitbewerber verzichten heute auf Aftertouch. Dieses Instrument habe ich selbst noch nicht getestet, allerdings die Vorgänger.

Bei der Komplete Kontrol Serie von NI ist inzwischen die zweite Generation auf dem Markt, die eine noch bessere Steuerung der externen Klangerzeuger ermöglicht, deren Parameter fertig sortiert den Controllern zugewiesen sind. Das 88er Modell  hat es aktuell (Stand November 2017) noch nicht in die zweite Generation geschafft.

 

 

Roli

Ein ganz spezielles Spielgefühl und eine unabhängige Parameterkontrolle pro Ton ermöglichen die Keyboards von Roli mit weichen Tasten, in die man regelrecht eintauchen kann. Schnelle Läufe oder das Einspielen von Drums will auf diesen Keyboards erst einmal geübt werden. Die individuelle Klangsteuerung pro Note samt Parameterkontrolle und Finger-Pitchbending ist allerdings einzigartig und sehr reizvoll. Das Seaboard Rise 61 hatte ich mal zum testen hier und war damals in Kombination mit dem mitgelieferten Klangerzeuger Equator begeistert. Inzwischen soll die Palette an kompatiblem Klangerzeugern größer geworden sein (u.a. u-he, FXpansion, einige Kontakt Instrumente).

Statement

Wie gesagt: Das sind persönliche Empfehlungen und Tipps von anderen Testautoren, ohne Allgemeingültigkeit und ohne die komplette Marktübersicht abzudecken. Gerne können weitere Empfehlungen als Kommentar zu diesem Artikel veröffentlicht werden.

Auf der Suche nach dem passenden Equipment können Testberichte weiter helfen, vor allem beim Audio-Interface und beim Masterkeyboard, denn hier geht es um vergleichbare Dinge wie die Ausstattung (Anschlüsse), Verarbeitung und um technische Werte. Leider finden die meisten Testautoren an allen Audiointerfaces und allen Masterkeyboards etwas Gutes. Man muss dann schon aufmerksam zwischen den Zeilen lesen und ist hinterher auch nur einen halben Schritt weiter gekommen. Wenn Sie in einem Testbericht eine negative Bemerkung finden, und sei es auch nur eine Randnotiz, sollten Sie diese besonders gewichten und der Sache nachgehen, bevor Sie kaufen! Zum Glück birgt ja der Internet-Kauf auch ein Widerrufsrecht.

Wir kommen um zweiten Teil des Beitrags:

 

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