Test: Audified U73b Compressor

 

Der U73b ist eine Emulation des großen Klassikers von Telefunken, einem programmabhängigen, röhrenbasierten Kompressor/Limiter mit röhrenbetriebener Kompression, der in den 60er bis 70er Jahren vor allem für das Mastering verwendet wurde.

 

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Es geht hier also um die Wiederauferstehung einer Legende, um einen Single-Band-Kompressor mit persönlicher Note und eigener Klangfarbe, der dynamisch auf das eingehende Audiosignal reagiert (also nicht per definiertem Threshold stur ab einem bestimmten Pegel). Während andere Veteranen, wie etwa Fairchild- oder Urei-Kompressoren, bereits vielfach emuliert wurden, gab es meines Wissens bislang niemanden, der sich dem U73b angenommen hat.

 

 

Geschichte und Hintergrund

Der U73b geht auf den Telefunken U3 zurück, den ersten dynamischen Kompressor, der etwa 1930 das Licht der Welt erblickte. Es folgten einige Zwischenstationen bis zum U73, zu seiner Zeit der schnellste Röhrenprozessor mit variabler Ratio: Bei steigender Lautheit des Eingangssignals nimmt das Kompressionsverhältnis zu. Im Limiter-Betrieb erlaubte der U73 eine Kompression bis zu einem Verhältnis von 100:1.

Der U73 arbeitete zudem mit variablem Gain durch Re-Biasing der Röhre zur Erzielung einer dynamischen Kompression durch Sidechain-Kontrolle der an der Röhre anliegenden Spannung. Die Besonderheit der variable MU-Kompressoren (Mu = Gain) ist, dass die Röhre hier nicht wie üblich der Verstärkung, sondern der Pegelreduktion dient.

Variable-Mu-Schaltungen wurden auch beim Fairchild 670 Kompressor oder heute beim Manley Variable Mu Limiter/Compressor verwendet. Damals wie heute sind solche Kompressoren ein Luxus, mit dem sich gut ausgestattete Studios aus gutem Grund schmücken: Sie erlauben eine einzigartige dynamische Kompression und bewirken zudem eine angenehme, warme Klangfärbung.

Der U73 wurde in verschiedenen Versionen bis 1980 produziert. Die Version U73b ist die am weitesten verbreitete und zeichnet sich durch eine regulierbare Releasezeit aus, sowie durch den E99F-Röhrentyp mit seinem speziellen, von Musikproduzenten und Masterig-Ingenieuren besonders geschätzten Klangcharakter. Der Einsatz von Röhren bringt neben der Kompression einen Sättigungseffekt mit sich: Dem Klang werden harmonische Verzerrungen hinzugefügt, was den Sound angenehm warm und in den Höhen seidig macht. Beinahe alle Pop und Rock-Alben zwischen 1960 und 1980 wurden mit dem U73b gemastert.

 

Installation

Von der Audified-Seite lädt man sich das Plug-in herunter. Demo und Vollversion benutzen den selben Download – für Mac oder Windows je in 32 und 64 Bit.

Auf dem PC stehen folgende Formate zur Verfügung:

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Bei nicht benötigten Formaten entfernt man einfach das Häkchen. Die Installationspfade können ebenfalls manuell angepasst werden.

Wenn Sie dieses Fenster sehen …

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… sollten Sie dem Programm ein wenig Zeit einräumen. Auf unserem Testsystem dauerte es etwa zwei Minuten, bis alles fertig konfiguriert war.

Beim Starten von Cubase wird man unter Umständen darauf hingewiesen, dass der iLok License Manager aktualisiert werden muss. Der Kompressor wird nämlich über ein iLok Konto lizenziert. Ein physikalischer iLok ist dafür nicht zwingend erforderlich (bietet aber den Vorteil der Mobilität).

Arbeitet man auf einem 64-Bit-System, so lädt man sich den passenden Installer am besten von der iKok-Website herunter und benutzt nicht die programminterne Update-Funktion der veralteten iLok License Manager-Version, da diese nur den 32-Bit-Installer abgreift.

Beim Starten des Host-Sequencers wird dann die Autorisierung erneut eingeleitet – und das geschieht komfortabel. Man gibt einfach die Seriennummer ein, anschließend den Log-in zum iLok Account und entscheidet im nächsten Schritt, ob die Lizenz auf den Rechner oder auf den physikalischen iLok geschrieben werden soll.

 

Erste Begegnung

Für das erste Audiodemo habe ich einen Beat aus Toontrack Superior Drummer, SDX Progressive Foundry, genommen, sowie einen Bassloop aus Ueberschall Electric Bass.

Zunächst ohne Bearbeitung:

 

Jetzt mit zwei Instanzen des Kompressors:

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Dabei habe ich Presets verwendet und anschließend angepasst.

Es zeigt sich, dass der U73b eine eigene Klangfärbung mit sich bringt. Die Emulation klingt nach solide gebauter Vintage Gear – so sollte es auch sein, und genau darum geht es hier. Man kann die Drums zwar etwas zum Pumpen bringen, die begrenzte Auswahl an Eingriffsmöglichkeiten, etwa was die Attack- und Releasezeit betrifft, schränkt individuelle Anpassungen ein. Auf die Attackzeit hat man keinen unmittelbaren Einfluss, und für das Release stehen lediglich fest vorgegebene Werte zur Verfügung.

Die Stärke des Kompressionseffekts hängt in erster Linie vom Eingangsvolumen ab. Hier darf man den Regler ruhig hoch einstellen, wenn man eine starke Kompression wünscht. Der Kompressor selbst verhält sich programmabhängig, dass heißt, er reagiert nicht linear, sondern in Abhängigkeit vom Frequenzgang und der Amplitude des Eingangssignals.

Mit einem zuschaltbaren High-Pass-Filter kann man tiefe Frequenzen bei der Detektion der Kompression außen vor lassen. Dabei wird also nicht etwa der Frequenzgang des Audiosignals hörbar beschnitten. Lediglich am Eingang des Kompressors werden die Bässe heruntergefahren, damit der Kompressor ausgewogen auf das Audiomaterial reagiert und nicht etwa übertrieben nur auf die energiereichen Impulse einer Bassdrum anspricht.

 

Die Bedienung im Detail

Der U73b ist eigentlich kinderleicht zu bedienen. Bei durchlaufendem Audiosignal kann man in Echtzeit bequem die richtigen Einstellungen vornehmen. Dennoch gibt es eine Reihe von Presets, die die Sache noch einfacher machen und auch Einsteigern ohne jegliche Vorkenntnisse den Einsatz ermöglichen:

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Man wählt also im simpelsten Fall einfach ein Preset, passt Input- und Output-Regler an, und fertig ist die Einstellung. Man darf aber ruhig mit allen Reglern und Schaltern experimentieren und wird so schnell auch als Einsteiger nicht Gefahr laufen, damit etwas am Sound kaputt zu machen. Der U73b klingt einfach herrlich nach Vintage, und man braucht schon defekte Ohren, um damit Einstellungen zu treffen, die zur berüchtigten „Verschlimmbesserung“ führen.

Eigene Presets können ebenfalls abgespeichert werden. Im Gegensatz zu manch anderem Plug-in muss man diese später nicht mittels Navigation quer durch die Ordnerhierarchie wiederfinden, sie werden erfreulicher Weise innerhalb des kleinen Browsers sofort angezeigt.

Die Architektur

Schauen wir uns die Bedienelemente im Einzelnen an:

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Drei Kompressionsverhalten stehen zur Wahl:

Kompr. bewirkt eine Kompression mit einem niedrigeren Schwellenwert und einer sanft ansteigen Ratio. Es handelt sich hier also um einen Soft-Knee-Kompressor (Näheres dazu in unserem Glossar). Weder Threshold noch Ratio oder die Kurve des Knee können weiter editiert werden – man bewegt sich hier nahe am Vorbild.

Durchschalt ist eine Bypass-Funktion. Im Gegensatz zum Bypass-Taster im unteren Bereich, der das Plug-in kompett auf Bypass schaltet, wird hier lediglich der Kompressor samt Kalibrierung umgangen. Input- und Output-Regler sind nach wie vor in Betrieb. Stellt man diese neutral auf 0dB, so zeigt ein Gegensatz zum Plug-in Bypass, dass Durchschalt immer noch zu einer leichten Klangfärbung führt: Das Signal wirkt subtil und gerade noch wahrnehmbar voluminöser.

Dazu ein Audiodemo mit dem bereits bekannten Beat. Sie müssen allerdings die Ohren spitzen, um den Unterschied wahrzunehmen, der sich eher im tieffrequenten Bereich, also bei der Bassdrum bemerkbar macht. Zu Beginn ist der U73b komplett ausgeschaltet. Im Taktwechsel schalte ich ihn dann ein- und aus.

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Dreht man den Input-Regler im Durchschalt-Betrieb hoch (bis + 18 dB) und den Output in entgegengesetzter Richtung herunter (bis -18 dB), so wird der subtile Effekt nicht stärker.

Begr steht, Sie werden es schon vermutet haben, für Begrenzung. Hier geht es um ein Limiting mit (intern) hohem Threshold, hoher Ratio aber immer noch weichem Knee – also kein Brickwall-Limiting. Im Fall unserer Drums eignet sich der Begrenzer-Modus für den klassischen Pump-Effekt. Dazu stellt man das Input-Volumen hoch ein und das Release auf 0.3 sek.

 

Apropos Release: Dieser Parameter nennt sich beim U73b „Rücklauf“ und ist originalgetreu auf die festen Werte 0,3, 0,6, 1,2, 2,5, 5 und 10 Sekunden beschränkt.

Ein analoger Kompressor arbeitet mit echten Spannungen, Software mit dem binären Code und einem maximalen Audiopegel von 0 dBFS. Um den Originalschaltungen mit Betriebsspannungen gerecht zu werden, hat Audified den Calibration-Regler hinzugefügt, mit dem man für den gewünschten Headroom in dBFS sorgen kann.

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Der Wert hat starken Einfluss auf den Kompressionseffekt, ähnlich wie Manipulationen am Input-Regler. Doch dafür ist er nicht gedacht. Man sollte die Kalibrierung auf den Wert einstellen, mit dem man auch im Projekt selbst arbeitet. Hat man sich hier etwa für einen Headroom von -6 dB entschieden, so stellt man den Calibrierungsparameter auf – 6 dBFS.

 

Sidechain-Funktion

Sidechain bedeutet hier, dass der Eingangspegel abgegriffen wird, um die an der Röhre anliegende Spannung und damit die Kompression zu kontrollieren:

  • Individual: Jeder Kanal des Stereosignals kontrolliert sich selbst
  • Left und Right: Die Kompression beider Kanäle wird durch das komprimierte Signal des linken oder des rechten Kanals bestimmt
  • Left+Right: Die Kompression wird durch die Summe beider Ausgangssignale bestimmt.

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Der HPF-Taster schaltet das eingangs bereits erwähnte Hochpass-Filter bei 100 Hz und mit 6 dB Flankensteilheit ein oder aus. Auch das Original ist mit diesem Filter ausgestattet – jedoch ohne die Möglichkeit, es auszuschalten. Im Begrenzer-Betrieb (Limiter) kann das HPF nicht eingeschaltet werden. Für die Praxis bedeutet das im Falle des U73b keine nennenswerte Einschränkung, da das Signal in diesem Modus über den gesamten Frequenzgang sowieso stark begradigt wird. Eine störende Reaktion auf eine Bassdrum oder einen Bass im Begrenzer-Modus konnte ich nicht ausmachen. Dominante Transienten in den oberen Mitten, etwa von einer Snare, werden zwar abgerundet, treten aber noch hervor.

Ein Anwendungsbeispiel

Nun möchte ich den Audified U73b nicht nur auf Drums, sondern auch auf Vocals und eine akustische Gitarre loslassen. Fangen wir mit der Gitarre an. Ich habe zwar selbst eine und spiele auch manchmal darauf, der Session Guitarist Strummed Acoustic von Native Instruments hat jedoch deutlich mehr drauf, muss nicht über ein rauschendes Mikrofon abgenommen und auch nicht mit Melodyne korrigiert werden. Er kann eine Vielzahl von Pattern diverser Stile und klingt, das ist das Schönste, richtig menschlich.

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Ich begnüge mich mit einem Pattern, Latin Pop A, und zwei Akkorden. Damit es sich nach einem weniger geübten Gitarristen anhört, moduliere ich das Voicing mit dem Modulationsrad, die Akzentuierung mit dem Pitchbender, das Timing mit dem Swing-Faktor und dem Timing-Offset-Parameter, die ich nach MIDI-Learn mit Fadern meines Akai MPK249 Controllerkeyboards steuere.

Variationen im Klangcharakter des Anschlags simuliere ich mit dem globalen Regler für den EQ, Modell „nasty“. Um die Transienten zu modulieren, benutze ich den Envelope Shaper von Cubase und moduliere das Attacklevel. Nun hört es sich so an, als ob die Fingernägel (oder das Plektrum) die Saiten ungleichmäßig anschlagen würden.

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Den Hall spendiert Eventides Ultrareverb – und so hört es sich an:

 

Nun kommen die Drums: Toontrack EZdrummer 2, das Gretsch-Kit aus der EZX Library Soul Grooves. Ambience und Hall habe ich im EZdrummer Mixer heruntergeregelt und via Send den Eventide angesteuert.

 

Leider ist gerade keine Sängerin zur Hand, dafür aber Realivox Blue von RealiTone:

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Ich schlage der Dame vor, es doch einmal mit „bah koom trehng woosh“ und anderen gehaltvollen Versen zu versuchen, und sie lässt sich darauf ein.

 

Nun ja, das klingt etwas durcheinander, aber ich habe jetzt keine Lust, jede Note einzeln zu bearbeiten, schließlich geht es um den Kompressor.

Ohne diesen hören sich die drei Instrumente so an (nur der Envelope Shaper für die Gitarre und der Eventide Hall sind eingeschaltet):

 

Die Drums spielen viel zu weit vorne. Um das zu ändern, nehme ich den U73b und stelle die Releasezeit auf 1,2 Sekunden. Die Transienten kommen trotzdem noch durch, sodass der Beat nicht seine Kontur verliert.

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Bei der Gitarre stelle ich das Release auf 0,3 Sekunden, damit der Rhythmus des Anschlags erhalten bleibt. Ich stelle eine sanfte Kompression ein, überdrehe den Input Regler also nicht. Die Gitarre soll lediglich ein wenig kräftiger klingen und mehr Körper erhalten.

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Die Stimme peppe ich mit dem Audified STA Röhren-Enhancer auf, der Obertöne hinzufügt und den Gesang strahlender, auch ein bisschen aggressiver wirken lässt.

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Anschließend füge ich den U73 mit folgenden Einstellungen hinzu:

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Der Native Instrument Guitarist bietet optional ein Doubling. Das schalte ich hinzu, woraufhin die Gitarre raumgreifend die äußeren Panoramapositionen besetzt.

Abschließend habe ich das Stück um weitere 16 Takte verlängert und als Special Effect für die Stimme über einen zweiten Send-Weg Eventide Octavox (auf C-Moll eingestellt) hinzugemischt und die Originalstimme gleichzeitig heruntergefahren.

 

Vergleichskandidaten

Eine andere Emulation des Telefunken U73b ist mir nicht bekannt. Allerdings arbeitet der Fairchild 670 nach einem ähnlichen Konzept. Die Emulationen, die ich vergleichen konnte, klingen weicher und wärmer als unser Testkandidat, nicht so transparent in den Höhen, nicht so knackig. Für rhythmisches Material würde ich dem U73b den Vorzug geben, bei Flächen-Synthesizersounds und Gesang möglicherweise dem Fairchild – je nachdem, welche Klangcharakteristik besser zum Projekt passt.

Ein weiterer vergleichbarer Kandidat ist der Manley Variable Mu von Universal Audio und für die UAD-2 PCIe-Karten bzw. Apollo. Er bietet mit Threshold und Attack-Reglern mehr Ausstattung und Anpassungsfähigkeit. Die UA-Emulation klingt ausgesprochen rund, liefert einen sauberen, transparenten und voluminösen Klang bei der Kompression einer Drum-Gruppenspur. Er gehört ohne Zweifel zu den besten Hardware-Emulationen im Kompressor/Limiter-Segment und bewegt sich in puncto Audioqualität in etwa auf dem Niveau des Softube Tube-Tech CL1B. Er ist jedoch kein Ersatz für den U73b, der deutlich älter und damit mehr nach Vintage klingt. Die Manley-Emulation kostet regulär 299.- Euro, läuft nur in Verbindung mit einer UAD-Hardware und beansprucht auf meiner UAD-2 Solo immerhin 25% der zur Verfügung stehenden Prozessorleistung.

 

Fazit

Der Audified U73b ist eine gelungene Emulation eines Vintage-Kompressors/Limiters, nämlich des Telefunken U73b, der zwischen 1960 und 1980 in der Regel als Mastering-Kompressor verwendet wurde. Der U73b ist ein nicht-linearer, programmabhängig arbeitender Röhrenkompressor.

Das Plug-in fügt dem Klang einen deutlichen Vintage-Charakter hinzu und eignet sich sowohl für Einzelinstrumente wie auch für Gruppen. Dem Original entsprechend, bei dem es sich um einen nicht-linear reagierenden, programmabhängig arbeitenden Röhrenkompressor handelt, reagiert auch der virtuelle U73b auf die Dynamik der Musik und bereichert den Sound nicht nur mit Druck, sondern auch mit Tiefe, Plastizität und Lebendigkeit. Mit seinem dynamischen Verhalten übertrifft er sogar allseits geschätzte Emulationen des Urei 1176 oder des Fairchild 670.

Der U73b gehört unter den nach gediegener, alter Hardware klingenden Kompressoren ohne Zweifel zu den besten Emulationen auf dem Markt und ist durch kein anderes mir bekanntes Plug-in 1:1 zu ersetzen. Wer weniger Vintage-Charakter und mehr modernen, analogen Kompressorsound haben möchte, liegt beim Softube Tube-Tech CL1B oder beim Manley Variable MU für die UAD-Prozessorhardware richtig, muss aber auch deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Der U73b eignet sich für die Kompression von Instrumenten und Gesang, ebenso für Gruppen. Insbesondere in Kombination mit Drums ist er eine gute Wahl. Beim Mastering wird man heute eher auf Mehrband-Kompression setzen, doch auch hier kann der U73b den finalen Mix mit einen virtuell-analogen Vintage-Sound unterstützen.

Audified bewegt sich bei der digitalen Wiederauferstehung der Legende im Rahmen der Schaltkreise des Originals, die nach Angabe des Herstellers minutiös emuliert wurden. Lediglich dem der Detektion vorgeschalteten High-Pass-Filter hat man einen Ein/Ausschalter hinzugefügt, ebenso einen Input- und Output-Regler für die bessere Anpassung an die Lautstärke des eingehenden Signals und zur komfortablen Steuerung der Kompressionsstärke – denn einen Thresholdregler gibt es hier ebenso wenig wie variable Attackzeiten.

Viel falsch machen kann man mit dem U73b nicht. Der Vintage-Sound des Plug-ins ist ständig präsent, egal wie man ihn einstellt. Er klingt einfach herrlich nach guter alter Handarbeit und hat daher seinen Platz auch in einem bereits gewachsenen Arsenal anderer guter Vintage-Kompressoren verdient.

Die Klangqualität bewegt sich auf zeitgemäß hohem Niveau, die Einforderung an CPU-Leistung ist angenehm gering, sodass man problemlos auch live und auf dem Laptop mehrere Instanzen laden kann.

Was der VST3-Version leider fehlt, ist eine externe Sidechain-Funktion, mit der man die Kompression durch das Signal eines anderen Tracks steuern kann. Laut Herstellerangabe soll diese im Rahmen eines Updates folgen. Inwieweit Sidechaining unter anderen Hosts funktioniert, sollte man vor dem Kauf ggfls. anhand der Demo-Version testen.

Der Preis ist ausgesprochen günstig.

Top Product Award

Best Value Award

Testautor: Holger Obst

Plus

  • originalgetreue Emulation
  • glaubwürdiger Vintage-Klang mit exzellenter Audioqualität
  • Calibrierungs-Option
  • einfach zu bedienen

Minus

  • keine externes Sidechaining bei VST3 (in Planung)

Preis: 149.- US Dollar

Hersteller:
Audified

Angaben zu Systemvoraussetzungen finden Sie auf der Herstellerseite.

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