Test: IK Multimedia MODO Bass

Der MODO Bass setzt auf Physical Modelling und ist nicht nur ein Bass, sondern eine Bass-Werkstatt, in der man sich sein Instrument selbst zusammenbauen kann.

Dabei sind Konfigurationen möglich, die keine Sample-Library bietet. Aber kann der MODO Bass auch klanglich überzeugen?

 

Überblick

Anno 2017 gibt es einige beeindruckende gesampelte Bässe, und die sind nicht einmal neu: Die Chris Hein Bässe, die Scarbee-Bässe und Spectrasonics Trilian können echte Bässe in vielen Fällen ersetzen.

Physical Modelling fristet hingegen eher ein Schattendasein, vor allem, wenn es um Bässe geht. Nachdem Yamaha bedauerlicherweise seine Forschung auf diesem Gebiet nach den Hardware-Synthesizern und Expandern der VL-Reihe schon in den 1990ern eingestellt hat, gibt es in diesem Bereich beim Bass nicht viel zu melden.

Damit ist es nun vorbei: Der MODO Bass ist der erste Bass-Spezialist, der ausschließlich auf Physical Modelling setzt und keine Samples verwendet. Anstelle einer gigabyteschweren Library muss man daher auch lediglich 170 MB herunterladen. Das ist doch zur Abwechslung mal eine angenehme Sache.

Spannend am Physical Modelling – Bass ist, dass der Klang in Echtzeit und fließend generiert wird. Das Physical Modelling von IK Multimedia nennt sich „Modal Synthesis Technologie“, was übersetzt bedeutet, dass die Eigenschwingungen eines Systems kontinuierlich und unter zahlreichen variablen Einflussfaktoren berechnet werden.

Die Echtzeit-Genese des Klanges bringt es mit sich, dass aktuelle Schwingungszustände beim Spielen der nächsten Note berücksichtigt werden. Korpusresonanzen und Saitenschwingungen, die durch die zuvor gespielten Noten erzeugt wurden, fließen auch in den Klang der nächsten Note ein. Auch die Elektronik ist kein statisches Gebilde und folgt sozusagen diesem Klangverlauf. All das wird vom MODO Bass berücksichtigt und liegt außerhalb der Reichweite von Sample-Bässen, bei denen man lediglich mit Key-Switches, Controllern und anschlagsdynamisch gestaffelten Samples arbeiten kann. Was nicht heißt, dass der MODO Bass auf Key-Switches und Spielhilfen verzichtet.

 

 

Die Features:

Auch beim Sortiment an Bässen gibt sich der MODO Bass keine Blöße: Zum Repertoire gehören 12 E-Bässe, darunter die ganze Palette der Bass-Legenden, beginnend in den 1960er Jahren. Mit diesen Modellen, darunter

  • Rickenbacker,
  • Höfner,
  • diverse Fender-Generationen,
  • Music-Man,
  • Gibson,
  • Warwick und
  • Ibanez,

kann man sofort loslegen. Ich hätte mir noch ein oder zwei Edel-Bässe oder Exoten gewünscht, etwa einen Marleaux und einen Chapman Stick. Auch ein Fretless-Bass ist nicht an Bord.

Ein großes Plus beim MODO Bass ist, dass es nicht bei den Originalmodellen bleibt. Womit wir beim Thema Klangwerkstatt wären. Bevor wir aber in die Details einsteigen, gibt es für den Start zahlreiche übersichtlich kategorisierte Presets, die eindrucksvoll belegen, zu welchen Mutationen MODO Bass fähig ist:

Beim Eigenbau eines Basses zuzüglich Equipment kombiniert man:

  • ein Basis-Bassmodell
  • Pickup-Typen: Single Coil, Humbucker; deren Position und Lautstärke zuzüglich Piezo und Klangsteuerung (passiv mit Tone-Regler, aktiv mit Dreiband-EQ)
  • Spielweise: mit dem Finger, dem Plektron, als Slap-Bass; Anschlagsstärke, Anschlagsrichtung, gedämpft (0 bis 100%, steuerbar per Modulationsrad), Anschlagsgeräusche
  • Wahl der Saiten
  • Amp/Speaker und Effekte (Röhrenamp mit 1×15 Zoll Cabinet, Solid State Amp mit 4×10 Zoll Cabinet
  • bis zu vier Bodentreter-Effekte (Chorus, Kompressor, Echo, Verzerrer, Envelope Filter, grafischer Equalizer, Oktaver)
  • stufenlos skalierbares Interface

Nach Angabe des Herstellers wurden alle Details der legendären Bässe minutiös nachgebildet und im Ergebnis deren eigenständigen charakteristischen Klang, an dem beispielsweise die Wahl der Hölzer, die Verbindung von Korpus und Hals und die Wahl der Tonabnehmer beteiligt sind.

Erste Klangeindrücke können das bestätigen: Zwar kenne ich nicht alle Modelle aus meiner Zeit als Bassist, aber den Music Man, den Rickenbacker und den Fender Jazz Bass hätte ich auch ohne Bild wiedererkannt. Vergleicht man die Bässe mit entsprechenden Sample-Libraries, so stellt man ebenfalls eine hohe Ähnlichkeit im Klang fest.

In der Performance hat der MODO Bass verglichen mit den Sample-Bässen tatsächlich die Nase vorn. Noch nie habe ich ein derart authentisches Spielgefühl auf Keyboard-Tasten erlebt. Vergisst man einmal, dass man Tasten drück und nicht an Saiten zupft, so meint man tatsächlich, es mit einem echten Bass zu tun zu haben. Die Performanz des mathematischen Modells bildet jene des Originals tatsächlich überzeugend nach.

Nebenbei schätze ich beim ein oder anderen Modell, dass mir dieses klobige Teil nicht um den Hals hängt. Einen Music Man hatte ich mir mal ausgeliehen, fand den Klang zwar gut, das Handling aber unbequem. Über die Tasten lässt er sich deutlich bequemer spielen.

 

Die Details

Über die Kopfzeile wählt man den gewünschten Bass im Startmenü „Model“.

Darunter wird der gewählte Bass großzügig bebildert, links davon die Eigenschaften. Einige davon sind variabel, etwa die Wahl der Saiten, die Spielweise, der Equalizer und die Pickups. Hat man hier bereits Änderungen vorgenommen oder ein getuntes Preset erwischt, kann man den Bass über den Schriftzug „Reset Bass to Default“ auch in den Originalzustand zurücksetzen.

Innerhalb der Grafik kann man auch bereits die Tonabnehmer und die Handposition zwischen Tonabnehmer und Brücke verschieben. Wie im richtigen Leben klingen die Bässe nahe der Brücke gespielt etwas nasaler, zugleich metallischer und obertonreicher; in Richtung Griffbrett wird der Sound zunehmend weicher, runder, bauchiger und bassbetonter. Die Spielposition lässt sich über das Control Menü einem externen Controller zuweisen (s.u.), kann also fließend moduliert werden.

Im unteren Bereich erkennt man auf dem virtuellen Griffbrett, in welcher Lage und auf welcher Saite man gerade spielt. Per default werden die Saiten und Lagen entsprechend dem Tastaturbereich gewechselt.

Über die rot eingefärbten Key-Switches kann man jedoch bestimmen, dass, soweit das auch bei einem echten Bass möglich wäre, eine bestimmte Saite bevorzugt wird. Dadurch verschiebt sich die komplette Spiellage, auch der anderen Saiten. Der virtuelle Bassist vollführt also keine artistisch kaum möglichen Sprünge über das gesamte Griffbrett. Eine andere Möglichkeit, die Lage zu verschieben, ergibt sich über die Key-Switches im oberen Tastaturbereich.

Über die schwarzen Tasten im unteren Key-Switch-Bereich wählt man, mit welchem Finger man anschlägt, schaltet die Spielweise um (Finger, Plektron, Slap) oder fügt Harmonics oder annähernd tonlose Ghost-Notes ein, die zusammen mit dem gedämpften Spiel via Modulationsrad ein breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten eröffnen. Mit E5 generiert man einen hartes Abdämpfen einer ausschwingenden Saite.

Alle Artikulationen können rundum überzeugen und klingen nach echtem Bass. Die Flageolets bilden hier insofern eine Ausnahme, als sie etwas idealisiert sind und sauberer klingen, als man sie in natura (über alle Noten hinweg) spielen könnte. Abgewürgte Flageolets, die bei einem echten Bass entstehen, wenn man die Saite an ungeeigneten Bünden „teilt“, wären allerdings auch kaum brauchbar, sodass die Idealisierung eher begrüßenswert ist. Die meisten Sample-Bässe sind genau aus diesem Grund auch mit „getunten“ Flageolets aufgehübscht.

Im oberen Bereich des Control-Menüs lassen sich diverse Parameter externen Spielhilfen zuweisen, auch via MIDI-Learn.

Im ersten Audiodemo hören Sie den fünfsaitigen Studio Bass (Yamaha TRP5P). Ich habe die Handposition moduliert und über E5 ein paar Stopps eingebaut. Das Schlagzeug kommt von Toontracks EZdrummer (Post Rock Groove, Modern Kit):

 

Das klingt schon sehr lebendig. Abhängig von der Anschlagsdynamik wird ein leichtes, angenehm unaufdringliches Saitenschnarren hinzugefügt. Im nächsten Audiodemo habe ich per Modulationsrad die Dämpfung variiert:

 

Play Style

Im Menü Play Style stellt man ein, wie der Bassist mit seinem Bass umgeht:

  • grundlegende Spieltechnik,
  • stufenlose, fließend modulierbare Dämpfung (wie im letzten Audiodemo gezeigt),
  • abwechselnder Anschlag (Zeigefinger/Ringfinger bzw. abwärts/aufwärts),
  • Saitenrutscher in zwei Stufen (normal und hart)
  • Let Ring: Ausklingen der Saite nach dem Note Off,
  • Fingering: drei alternative Griffbrett-Spielweisen: einfach zu greifen, ausgehend von der ersten Note, immer die nächstliegendste Position
  • Open String: on/off (das Einbinden oder Ausschließen offen gespielter Saiten)
  • Detach Noise: stufenlose Regelung der Note-Off-Nebengeräusche (ein kurzes Klicken, das entsteht, wenn die Saite beim Loslassen geringfügig hochgehoben wird und beim Zurückschlagen ein Bundstäbchen berührt)
  • Slide Noise: stufenlose Regelung der Geräusche beim Rutschen über die Bünde. Die Slide- und Detach-Noises sind angenehm subtil dosierbar und auch in der Maximalstellung nicht übertrieben laut – im Gegensatz zu mancher Sample-Library, bei der man es mit den Spiel-Nebengeräuschen etwas zu gut gemeint hat. Anders als bei Sample-Libraries werden hier auch nicht einfach Nebengeräusche eingeblendet und dem eigentlichen Klang hinzuaddiert, sondern fließend generiert.

 

Strings

Auch an die Saiten kann man Hand anlegen. Zunächst sind alle Bässe auch als Fünfsaiter spielbar, was bei einigen Originalen schwierige, wenn nicht unmögliche Modifikationen mit sich gebracht hätte. Die fünfte Saite ist immer eine H-Saite. Alternativ zur herkömmlichen Stimmung der Viersaiter steht noch eine Variante bereit, bei der die E-Saite auf D gestimmt ist.

  • Action bestimmt den Abstand zwischen Saiten und Griffbrett in drei Stufen. Der Parameter beeinflusst die Bundgeräusche, was sich besonders bei hoher Anschlagsdynamik bemerkbar macht.
  • Type bietet geschliffene und ungeschliffene Saiten mit dem eher dumpfen, erdigen Klang der geschliffenen Saiten und dem höhenbetonten Klag der ungeschliffenen.
  • Gauge legt die Dicke der Saiten fest und hat damit Einfluss auf die Klangfülle und das Sustain.
  • Mit Age stehen nagelneue, extrem drahtig und frisch klingende Saiten zur Verfügung, zum zweiten eine eingespielte Version (die mir persönlich am besten gefällt) und dann noch alte und abgenutzte Saiten, wenn´s mal dumpf und ein wenig schlapp klingen soll.

 

Electronics

Hier kann man die 20 Bridge- und Neck-Tonabnehmer zwischen allen 12 Modellen austauschen.

Dem Music Man, der im Original mit einem Humbucker am Start ist, kann man auch einen Neck-Tonabnehmer spendieren, was ihm einen enorm kräftigen Klang verleiht.

Damit nicht genug, kann man mit dem Piezo-Tonabnehmer, der unter der Brücke positioniert ist, weitere Klangfarben hinzufügen. Je nach Wahl des Modells und der Saiten wird es nun richtig metallisch und höhenreich.

Das folgende Audiodemo ist sehr frei eingespielt und zeigt, wie lebensecht und auch etwas authentisch daneben der MODO Bass klingen kann, wenn man entsprechend unsauber hantiert.

Ich habe nämlich Slaps mit Legato ohne Quantisierung und mit nachträglicher Modulation der Dämpfung (per Modulationrad) sowie Slides mittels Pitchbender kombiniert. Speziell durch den Einsatz des Pitch-Benders klingt es so, als träfe der Bassist nicht so richtig die Noten:

 

Nebenbei: Gedämpft gespielte Slaps sind eine Spezialität, die im wirklichen Leben geübt sein will.

Die Klanggestaltung erfolgt zum einen durch die Mischung der Lautstärke der Tonabnehmer, zum anderen durch die Klangregelung passiv/aktiv. Die aktive Klangregelung verfügt je nach Modell über einen Bass- und Höhenregler, teilweise ergänzt durch einen Mittenregler.

 

Amp / FX

Anschaulich bebildert ist das Amp / FX – Menü, in dem man eine Verstärker-Lautsprecher-Kombination wählt und bis zu vier Bodeneffekte einsetzt.

Die Auswahl gibt einen kleinen Einblick in das, was IK Multimedias AmpliTube bietet. Als Verstärker steht ein Röhrenmodell mit einem 1×15-Zoll-Speaker sowie ein Solid State mit einer 4×10-Zoll-Box zur Verfügung.

Der Röhrenamp verfügt über eine einfache Dreiband-Klangregelung, der Solid State ergänzt diese mit einem Grafischen Equalizer mit neun Bändern.

Beide Amps können mit weit aufgedrehtem Gain-Regler hart angefahren werden, um einen angezerrten, rockigen Klang zu produzieren.

Beim Tube-Amp schaltet man über den HARM.-Button die Röhrensättigung mit ihrem charakteristischen Obertonspektrum zu. Über Punch macht man den Sound runder und fetter. Der Solid State verfügt an dieser Stelle über einen Limiter.

Direktklang, reiner Amp-Sound und das Gesamtvolumen können getrennt eingestellt werden. Wer externe Plug-ins verwenden möchte, die über mehr Modelle und Möglichkeiten verfügen (z. B. Mikrofonauswahl und Mikrofonposition), der benutzt nur den Direktsound.

Die vier Effektslots können mit einem Envelope-Filter, Oktaver, Verzerrer, Chorus, Kompressor, Echo (nicht zum Tempo synchronisierbar) und einem weiteren Grafischen Equalizer belegt und separat zugeschaltet werden.

Alle Effekte sind mit Standard-Parametern ausgestattet, wie man sie bei Bodentretern üblicherweise findet. Die Effektparameter können nur statisch betrieben, nicht über externe Controller angesprochen, die Reglerbewegungen auch nicht als Automation aufgezeichnet werden.

Auch wenn die Auswahl der Effekte und der Verstärker eingeschränkt ist, sollte man nicht vergessen, dass andere Bass-Libraries hier teils nichts zu bieten haben oder Effekte bereitstellen, die zwar brauchbar aber auch keine wirklichen Offenbarungen sind. Im Falle des Amp / FX – Menüs von MODO Bass profitiert man immerhin von der Erfahrung des Herstellers auf dem Gebiet der Amp/Speaker- und Effekt-Emulation. AmpliTube gehört zu den Top-Produkten auf diesem Gebiet, und genau diese Qualität ist auch bei MODO-Bass an Bord.

Zur Verdeutlichung hier der Rickenbacker-Bass über den Solid State Amp, mit Envelope Filter, Chorus, Kompressor und Oktaver:

 

Weitere Audiodemos

Die folgenden Audiodemos sollen die Feinheiten der Klanggestaltung demonstrieren: Wir fangen an mit einem mit den Fingern gespielten Studio Bass, Picking-Position nahe der Brücke, ohne Dämpfung, Touch-Modus: Soft, Detach-Noise gering, ungeschliffene, eingespielte Saiten mittlerer Stärke. Die Höhen habe ich mit dem grafischen EQ leicht angehoben. Das Schlagzeug stammt wieder von Toontracks EZdrummer, Disco-Groove, Pop-Kit.

 

Den Bass habe ich nicht quantisiert, Notenüberlappungen in Cubase mit „Notenüberlappungen löschen (poly)“ entfernt.

Nun nehme ich dickere Saiten, stelle den Touch-Modus auf „normal“ und hebe die Nebengeräusche beim Loslassen der Saite etwas an. Anstatt der eingespielten Saiten nehme ich nun nagelneue Saiten. Der Bass klingt sofort dominanter, akzentuierter und dank der neuen Saiten ausgesprochen strahlend:

 

Ich wechsele zum Picking. Dadurch wird der Klang enorm drahtig. Fast etwas zu viel des Guten, daher setze ich per Modulationsrad die Dämpfung ein, und zwar in der tiefen Lage bei 50%, bei den höher gespielten Noten bei 30%:

 

Ich verschiebe die Pickups alle in Richtung Brücke und erhalte einen nasalen Klang:

 

Der Hofner Violin Bass ist ungefähr das Gegenteil zum Studio Bass, was das Sustain betrifft, vor allem, wenn man geschliffene Saiten verwendet:

 

Hier habe ich dem Violin Bass Pickups vom Fender Jazz Bass und dem Thunder Bass (Gibson Thunderbird) spendiert, zwischen Picking und Slap-Technik gewechselt und bei den Effekten Kompressor und Chorus eingesetzt. Der Bass läuft nun über den hart angefahrenen Tube-Amp:

 

Hier noch eine Improvisation mit dem Fender Jazz-Bass. Vibrato und Slides habe ich etwas willkürlich eingespielt, auch das Timing stimmt nicht so recht. Trotzdem sollte klar werden, wie wandlungsfähig MODO Bass ist, und wie man fließend und spielerisch Spieltechniken variieren kann. (Drums: Toontrack Jazz Kit und Fusion Grooves.)

 

Es folgt das Preset „Monster Low“, welches seinen Klangcharakter vor allem dem Octaver, dem Envelope Filter und dem voll aufgedrehten Tube-Amp verdankt. Als Grundmodell dient der Fender Jazz Bass. (Drums: EZdrummer Claustrophobic)

 

Hier noch einmal der Violin Bass, zusammen mit einem Country Groove aus Toontracks EZdrummer, Kit Southern Soul 60th, Basic Gretsch:

 

Im folgenden Audiodemo habe ich ein paar Slides eingebaut. Deren Dauer lässt sich durch die Anschlagsstärke der Zielnote bestimmen. Auch wenn man im Menü Play Style die Slide Noises auf 0 gesetzt hat, sind die Geräusche beim Rutschen über die Bünde dennoch dezent hörbar. Einen Pseudo-Fretless-Bass kann man also nicht bauen.

Ein deftiges Knurren lässt sich über den Texture-Parameter des Octavers erzielen, zusammen mit dem Tube-Amp mit eingeschalteter Röhrensättigung:

 

Der Gibson Thunderbird, modifiziert per Envelope Filter:

 

Der Groove stammte wieder vom EZdrummer, Progressive Kit.

 

Fazit

MODO Bass liefert eine exzellente Audioqualität und einen außergewöhnlich lebendigen Klang. Die fließende Berechnung der diversen Variablen per Physical Modelling ist ausgereift. Beim Spiel über die Tasten und beim Einsatz von Controllern, etwa um die Dämpfung der Saiten mit der rechten Hand zu simulieren oder Legato-Slides einzubinden, hat man das Gefühl, einen echten Bass zu spielen.

Sample-Libraries der Oberklasse haben dadurch nicht gleich ausgedient, bieten sie doch teils andere Modelle und Gestaltungsmöglichkeiten, doch in puncto Echtheitsgefühl schlägt MODO Bass sie alle und muss sich auch in beim Sound nicht vor ihnen verstecken: Physical Modelling klingt bei einigen anderen Produkten anderer Hersteller gelegentlich etwas dünn und künstlich. Das ist beim MODO Bass absolut nicht der Fall. Er kann bauchig und rund, alt und abgenutzt, knallig und funky, böse und brummend, edel und strahlend klingen. Ein echtes Chamäleon.

MODO Bass beschränkt sich nicht auf ein oder wenige Modelle, sondern hat gleich ein ausgewachsenes Sortiment an Bässen und Presets an Bord. Die 12 legendären Modelle werden in ihrem Grundsound überzeugend wiedergegeben. Das Beste ist aber, dass man sie in der virtuellen Werkstatt weitreichend modifizieren, etwa Pickups verschieben und austauschen kann.

Auch bei der Spielweise gibt es reichlich Anpassungsmöglichkeiten. MODO Bass beschränkt sich dabei nicht auf ein oder wenige Modelle, sondern hat ein ausgewachsenes Sortiment an Bässen und Presets an Bord.

In puncto Klangdesign kann man auch mit den internen Effekten und den beiden Amp/Speaker-Emulationen eine Menge anfangen. Diese Abteilung profitiert vom vielgepriesenen Klang des IK Multimedia AmpliTube, der hier auszugsweise verwendet wird. Es besteht die Gefahr, dass man auf den Geschmack kommt, und dieses Produkt auch haben möchte.

Auch wenn der MODO Bass nicht billig ist, so ist er dennoch ausgesprochen preiswert, denn aus meiner Sicht hat IK Multimedia hier aus dem Stand ein Referenzprodukt auf den Weg gebracht, an dem sich künftig alle anderen virtuellen Bässe (einschließlich Sample-Bässe) messen lassen müssen. Die beiden unten aufgeführten Minus-Punkte sind eher drittrangig.

Deshalb gibt es auch unseren Top Product Award.

Testautor: Holger Obst.

Plus:

  • Auswahl von 12 legendären Bässen
  • authentischer Klang der Originale
  • exzellenter Sound
  • einzigartig fließende Performance, Spielgefühl wie auf einem echten Bass
  • stufenlos dosierbares Muting in Echtzeit steuerbar
  • virtuelle Bass-Werkstatt
  • Amp/FX-Menü
  • fairer Preis

Neutral:

  • nur 64 Bit

Minus:

  • Effektparameter nicht automatisierbar
  • Echo nicht temposynchron

Preise excl. USt., Stand: Juni 2017:

  • Crossgrade von einem anderen IK Multimedia – Produkt im Wert von 99,99 US-Dollar aufwärts: 199,99 EUR
  • MODO Bass Download: 299,99 EUR
  • MODO Bass Drive / boxed: 329,99 EUR
  • AmpliTube MAX Download: 499,99 EUR; Crossgrade, Download: 299,99 EUR.

System:

  • PC ab Win 7
  • Mac ab OSX 10.9
  • Formate: AU, VST 2, VST 3, AAX
  • nur 64 Bit

Hersteller: IK Multimedia

Produktseite

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