Test: Spectrasonics Keyscape, Teil 1
Zum Abschluss des ersten Teils noch ein Demo des Rhodes LA Custom Funky Comp – Patches, welches ab Takt 9 mit eingeschaltetem Chorus spielt. Auch eine Priese des Studio-Halls ist mit dabei.

Dabei handelt es sich um ein Rhodes-Unikat von 1974, welches von Spectrasonics aufwändig restauriert wurde, um den charakteristischen E-Piano-Sound Klang der 70er/80er Jahre wieder auferstehen zu lassen. Über die Regler Rhodes und Mechanical kann der Originalklang mit den Geräuschen der Mechanik (Anschlagen der Stimmgabeln) gemischt werden. Benutzt man lediglich die Mechanik-Samples, so erhält man ein äußerst fragil wirkendes Instrument an der Grenze zu atonaler Percussion. Im Audiodemo habe ich die Mechanik-Geräusche allerdings nur geringfügig beigemischt.
Auch das Tone-Menü hat Einiges zu bieten: Direktsound und Speaker stehen alternativ zur Verfügung. Und auch hier ist der äußerst effektive Timbre-Parameter, mit dem man die Klangfarbe von warm und weich bis zu brillant, hell und sehr glockig verändern kann. Nicht zuletzt ist eine Bandsättigung mit Kompressionseffekt an Bord:

Die Akkordfolge stammt aus Toontracks EZkeys Funk MIDI-Pack, der Beat von Toontracks EZdrummer, EZX Funk. Die Drums habe ich mit dem FET Kompressor von Positive Grid bearbeitet.
Während die Stakkato gespielten Akkorde der ersten acht Takte schön knackig rüberkommen, öffnet sich der Raum mit dem Einsatz des Chorus bei dem getragenen und gebunden gespielten Part. Dabei zeigt es sich, dass auch dieser Chorus nichts zu wünschen übrig lässt und sich mit den besten Spezialisten unter den externen Effekten mühelos messen kann. Es sieht so aus, als hätte Spectrasonics – nicht ohne eine gehörige Portion Perfektionismus – ganze Arbeit geleistet. Dem gehen wir im nächsten Teil unseres Test weiter auf den Grund.
Soweit also ein erster Rundgang, der bereits eine erstaunliche Klangvielfalt offenbart hat – einerseits keine Überraschung, denn genau das wird ja von Spectrasonics beworben. Die besonderen Charaktere der Instrumente zeigen sich allerdings erst, wenn man die Library vor sich hat und anspielt. Auch wenn die Erwartungshaltung hoch war, wird sie nicht nur befriedigt, sondern übertroffen. Wenn man die Patches spielt, vergisst man vollkommen, dass man mit einem Computer arbeitet und nicht mit einem Naturinstrument – so überzeugend authentisch präsentieren sich die Keyboards.
Im nächsten Teil des Tests geht es mit der Architektur im Detail weiter. Wir erkunden dabei die noch nicht vorgestellten Instrumente. Keyscape hat unter der Haube Einiges zu bieten und stellt auch ohne die Integration in Omnisphere 2 ein vollständiges Produkt dar.
Für weitere Informationen empfehlen sich folgende Videos von Spectrasonics:
Keyscape: Ellis Hall Performs „Tiny Dancer“
Keyscape Launch Party
Testautor: Holger Obst
HIER geht es zum Hesteller.
Formate: Mac/Pac; AU, VST 2,4, AAX (nur 64 Bit Support, innerhalb von Omnisphere 2 auch 32 Bit). Genaue Informationen zu den aktuellen Systemanforderungen finden Sie HIER.
Hersteller: Spectrasonics
Testsystem:
Win 8.1 PC, Intel 6-Core i7, 5930K, mit 3,5-3,8 GHz CPU unter Cubase 8.5, RME Fireface 802, Testprojekt mit 44,1 kHz Samplerate und 24 Bit Auflösung.
Links:
Test Spectrasonics Keyscape Teil 1
Test Spectrasonics Keyscape Teil 2
Test Spectrasonics Keyscape Teil 3
Test Spectrasonics Keyscape Teil 4
