Test: Soundiron Motor Rhythms

Eckdaten

Geboten werden 14 Instrumente mit insgesamt 6897 Samples in 24 Bit und 48 kHz Stereo PCM Wave Format.

Folgende Instrumente sind an Bord:

  • 16 Ziehglocken (pully bells – vielleicht weiß unter unseren Lesern jemand, was das auf Deutsch ist)

Die Glocken überraschen mit einem schönen, reinen, zarten und tonal spielbaren Klang, wie ich ihn bislang in kaum einer Autowerkstatt gehört habe – sehr angenehm. Ich hätte deutlich derbere Sounds vermutet, schepperndes Blech und das Geräusch eines Schneidbrenners im Hintergrund.

 

Wirklich exzellent aufgenommen, diese Ziehglocken. Die sind so gut, dass sie auch in modernen Klassik-Kompositionen oder im Jazz, wenn ganz feine, dynamisch differenzierte Sounds gefragt sind, eine Chance hätten.

  • Zwei Gastanks wurden als Basstrommeln verwendet.
  • Flugräder wurden zu fly-hats (also zu einer Art Hi-Hat).

Aus dem Behälter für die Kühlflüssigkeit wurde eine Snare. Wer sich schon einmal in dem Motorraum seines Autos umgeschaut hat (an alle Frauen: Dafür muss man die vordere Klappe hochstemmen), weiß, dass der aus Plastik besteht.

 

Klingt so, als hätte man den Behälter mit kleinen Steinchen gefüllt, damit es raschelt. Die Samples geben das in allen Details wieder. Tolle Idee und hochwertige Aufzeichnung.

Das Rascheln ersetzt den Snare-Teppich und hat seinen besonderen Reiz. Wäre ich noch Schlagzeuger, würde ich jetzt in meine Snare Steinchen, Walnüsse oder Flummies einbringen – oder alle zusammen.

  • Des weiteren stehen vier Bremsentrommeln (= Trommelbremsen?) bereit,
  • drei Gongs aus Deckeln der Luftfilter (vom LKW?)
  • Ölkannengongs

 

Nicht schlecht, mal etwas anderes. Die können mit manchem Asia-Gong mithalten. Allerdings weiß ich nicht, welche der verschiedenen Gongs ich hier gespielt habe.

  • Es folgen drei Toms, für die Wasch- und Kühlflüssigkeitsbehälter verwendet wurden (wiederum Plastikbehälter),
  • eine metallische Luftröhren-Kuhglocke,
  • ein Wasserbehälter als Floor Tom, wieder vermutlich Plastik; muss aus einem großen Auto ausgebaut worden sein (Hummer? Es gibt Autos, die wirklich so heißen),
  • ein Plastikröhren-Holzblock (Ja, wie geht denn das? Plastik klingt doch nicht wie Holz.)
  • zwölf Empfänger trockener hängender Ketten, ausklingend und gestoppt (reciever drier hanging chimes). So sieht die Abbildung dazu aus und deutet eher auf eine Kette mit offenen Behältern hin:

Motor Rhythms Bild 3

Der Klang ist ähnlich wie bei den Glocken, hier als Akkorde gespielt:

 

Man beachte die feinen Schwebungen im Sound.

  • Eine umklammerte Feder-Scheibe darf auch nicht fehlen. Gibt´s leider nicht als einzelnes Solo-Instrument mit Abbildung. Wir müssen nochmal einen deutschen Musik-Mechaniker fragen, um welches Bauteil es sich handeln könnte.
  • Dann findet man noch eine große, hängende Überträgerglocke (dass es diese wirklich gibt, erkenne ich daran, dass die Rechtschreibkorrektur dieses Wort nicht als falsch markiert) und dazu
  • vier Öl-Absetzbehälter als Überträgerglocke – das hört sich wirklich spannend an. Vielleicht handelt es sich um dieses Ding:

Motor Rhythms Bild 4

  • Zum Arsenal exotischer Percussion gehört auch eine weitere lange, hängende Überträgerglocke,
  • dazu 34 nicht näher bezeichnete, spezielle Instrumente mit insgesamt 85 individuell spielbaren Artikulationen. Hier ist bestimmt auch eine obenliegende Nockenwelle dabei.Mr. Jordan und die Soundiron Crew haben sich wirklich Mühe gemacht, das alles zusammenzustellen und in allen Variationen aufzunehmen.

Nach so viel (für Nicht-Mechaniker) seltsam benannten Instrumenten, steigt die Spannung auf die nächsten Hörproben. Ich darf vorwegnehmen: Es klingt nicht ganz so extrem wie die wörtlich übersetzten Bezeichnungen, dafür sehr lebendig und abwechslungsreich.

MotorRhythms_04

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