Interview: Peter M. Mahr

Plug-ins und Outboard-Equipment

 

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Kommen wir noch einmal zurück zur „LP“: Du hast nicht nur sehr viel Zeit investiert, um die einzelnen Songs bis ins kleinste Detail zu gestalten, sondern auch beim Mastering keine Mühen und Kosten gescheut. Sicher hast du es doch auch selbst mit dem Mastern probiert. Welches Equipment hast du dafür verwendet? Und warum hast du dich dann doch entschlossen, die Arbeit an andere abzugeben? Wie bist du dabei vorgegangen?

 

Peter M. Mahr:

Wie Du weisst, verwende ich Digital Performer als DAW das ich in erster Linie als Rekorder einsetze. D.h. ich nehme die einzelnen Audiospuren auf und nutze die Automatisation zum Mischen. Eine zeitlang habe ich auch nur mit dem Signal aus der Summe des Pults gearbeitet und dann die Stereospur in der DAW nachbearbeitet. Mein Toft Pult hat zwar einen wirklich guten Klang, aber es „glänzt“ mit einigen Unzulänglichkeiten, daher bin ich zur Gänze davon abgekommen. Gestern erst habe ich es in den Keller verbannt. Was ich in den letzten Jahren seltener gemacht habe, war MIDI und Audio in Digital Performer aufzunehmen. Eine Ausnahme hat die Musik zum Film „Bertl“ von Ernst dargestellt. Mal sehen, ob ich in Zukunft nicht doch wieder mehr in dieser Richtung machen werde.

Bevor ich auf das Thema Mastering zu sprechen komme, noch ein paar Worte zu den von mir verwendeten Plug-ins. Eines davon habe ich seit einer gefühlten Ewigkeit in Verwendung, und das ist der Vintage Warmer von PSP. Dann hatte ich lange Zeit von Sony den Oxford EQ, der aber von Softubes Trident A-Range völlig verdrängt wurde. Ach ja und natürlich nicht zu vergessen der „alpha“ Kompressor von Elysia, den ich aber selten einsetze.

 

 

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Wobei der Alpha ja mit seinem M/S-Modus speziell fürs Mastering eine feine Sache ist …

Peter M. Mahr:

Genau, M/S bzw. Panorama und Monokompatibilität sind Bereiche wo ich noch einiges an Potenzial habe, wie man heute so schön sagt. Ab und zu verwende ich auch noch von MOTU den EQ, vor allem dann, wenn ich Frequenzen absenke. Mehr habe ich nicht und aktuell verspüre ich auch nicht das Bedürfnis hier nachzulegen. Aber mal sehen, „nix is fix“. Meine nächste CD, wenn es denn eine solche wird, soll ja in eine andere Richtung gehen. Vielleicht überdenke ich meine Arbeitsweise. Bedingt durch den Mangel an Zeit steht für mich die schnellste und effektivste Herangehensweise, bzw. Umsetzung im Vordergrund. Auch wenn natürlich die Qualität an erster Stelle steht, so ist der zuvor genannte Punkt fast gleich bedeutend. Auch wenn dich das jetzt vielleicht nicht freut [lacht], aber die Diskussion „analog vs. digital“ hat mich nie wirklich interessiert, zumal die Qualität in der digitalen Welt ein Niveau erreicht hat bei der es für mich nichts zum Meckern gibt.

 

releasetime:

Das sehe ich auch so.

 

Peter M-Mahr:

Nun aber wieder zurück zum Equipment, denn eines darf ich an dieser Stelle natürlich nicht unterschlagen, das Outboard. Das verwende ich zwar, mit Ausnahme der Hall- und Multieffektgeräte, nur zum Tracken, dennoch wäre es unfair den Eindruck entstehen zu lassen ich würde nur mit den oben genannten Plug-ins arbeiten. Hier kommt mir gelegen, dass ich durch – für mich ungewohnte – Geduld zu dem einen oder anderen Schmankerl gekommen bin, als dieses nicht unerschwinglich war.

Den Focusrite RED3 habe ich so zum Beispiel zu einem guten Zeitpunkt erstanden. Aus irgendeinem Grund genießt er jetzt nicht mehr so den Ruf…. leider rauscht einer der beiden Kanäle und er muss repariert werden, aber sein Sound ist unglaublich gut. Aber wie gesagt, wenn, dann verwende ich ihn zum Tracken, aktuell kommt er aber eben leider nicht zum Einsatz. Dafür aber Elysias Xpressor, den meines Erachtens ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis auszeichnet. Mein mit grossem Abstand liebstes Stück ist der Chandler Curve Bender, von dem ich hoffe, dass ich ihn nie verkaufen muss. Wobei ich gar nicht sagen darf wie oft ich ihn einsetze…. nämlich selten. Und damit komme ich zu den beiden PreAmps, dem API 512c und Millennia HV-35, die schon das meiste erledigen. Wobei keines der hier genannten Werkzeuge bei einigen meiner Aufnahmen von „LP“ eingesetzt wurde… aber das ist eine andere Geschichte.

 

releasetime:

Alle Achtung! Das ist schon erlesenes Equipment. Kein Wunder, dass du da nicht nur auf Plug-ins setzt, so gut die auch sein mögen.

 

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