Interview: Peter M. Mahr

Der Einstieg in die Welt der Musik

 

releasetime:

Das ist ein guter Zeitpunkt, um auf Deinen Hintergrund zu sprechen zu kommen. LP ist die Quintessenz langjährigen Schaffens, eigentlich deines gesamten musikalischen Lebens. Wie bist du zur Musik gekommen und welches war dein erstes Instrument?

 

Peter M- Mahr:

Eigentlich wollte ich Schlagzeuger werden. Ich fand damals Schlagzeuger einfach lässig, oder „coool“ wie man heute sagt. Da mein Nachbar Gitarre spielte und das auch noch gut, ihm die Bewunderung des anderen Geschlechts zuflog, lag es auf der Hand, dass ich auch aktiv werden musste. Die Freude meiner Eltern war ziemlich überschaubar …

 

releasetime:

Eine Geige wäre vielleicht auf mehr Zuspruch gestoßen?

 

Peter M- Mahr:

[lacht] … und so habe ich mir aus Waschmitteltrommeln und einer Keksdose samt Deckel ein „Drum Set“ gebastelt.

 

releasetime:

Jetzt bin ich aber platt. Genau das habe ich auch gemacht – mit 15. Aber zurück zu dir:

 

Peter M. Mahr:

Nur mit dem Unterschied, dass das bei Dir Früchte getragen hat. Das einmal als Randnotiz.

 

releasetime:

Naja, die Zeit des aktiven Trommelns auf echten Drums liegt bei mir lange zurück, aber Beats & Grooves machen mir immer noch mit am meisten Spaß … Auch nur als Randnotiz, also …

 

Peter M. Mahr:

Ich musste gerade an das Bild denken, als ich mit dem Ding zu meinem Nachbarn rüber gegangen bin. Schnell wurde mir klar, dass es das nicht ist. Außerdem gefiel mir die Musik von Paul McCartney nicht, und das, was ich da ablieferte, war eher ein musikalisches Verbrechen. Aber mein Interesse selbst Musik zu machen, ein Musikinstrument zu spielen, das war geweckt.

Wie ich schon erzählt habe, hatte ich das große Glück, dass meine Eltern Musik liebten. Mein Vater war mehr der Mozart-, Haydn-, Schubert-, Beethoven-Fan, der dann auch mal Bruckner oder die Russen aufgelegt hat.

 

releasetime:

Das klingt nach einer hochkarätigen Mischung: Beethoven, russische Komponisten und auch noch Bruckner …

 

Peter M. Mahr:

Davon habe ich damals eigentlich nur die Russen und Beethoven ausgehalten. Vor allem Mozart mochte ich überhaupt nicht. Das Gedudel, wie ich es damals nannte, ging mir ziemlich auf die Nerven. Diese Einschätzung hat sich Jahre später grundlegend geändert. Dann, als ich nach Bernsteins Tod meinem Vater aus der Bernstein Collection das „Requiem“ schenkte. Beim Hören der ersten Töne musste ich meine Meinung revidieren. Heute noch höre ich diese Version immer noch sehr gerne. Eine wunderschöne Interpretation.

Meine Mutter liebte hingegen Opern, und so hatte ich lange Zeit keine Chance etwas anderes zu hören, außer ab und zu ABBA und Boney M, die meiner Mutter aus irgendeinem Grund gefielen. Ihre Freude an Musik hat die beiden aber dann doch nicht dazu gebracht, mich ein Instrument erlernen zu lassen. Was vermutlich aber mehr daran lag, dass mich meine damalige Musiklehrerin mit der Begründung „völliger Talentlosigkeit“ aus ihrem Unterricht entfernt hat [lacht].

Wie schon erwähnt, ich bin dann auf Walter Carlos und Jean Michel Jarre gestoßen und vor allem die sphärischen Klänge von Jean Michel Jarre haben mich in eine andere Welt fliehen lassen. Diese Klänge haben mich dann auch derart gefesselt, dass ich wissen wollte, wie sie erzeugt werden. Als ich eines Tages dann Jean Michel Jarre und einen ARP 2500 auf einem Foto sah, war klar, das will ich auch. Den Teil kürze ich jetzt aber ab, sonst kommst Du gar nicht mehr zu Wort. Mein erster Synthesizer war dann ein Korg MS-20. Mit dem habe ich begonnen Sounds zu erstellen. Später folgten Korg Mono/Poly, dann der DX-7, den ich geliebt habe und ein Oberheim Matrix-12.

 

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