Test: u-he Uhbik

Runciter – Distorting Filter (digital filter)

Warum nicht Uhbik DF? Gibt man beispielsweise bei er Plug-in Suche in Cubase 8.5 uhbik ein, so werden alle anderen acht Plug-ins aufgelistet – nur der Runciter fehlt. Wer nicht aufgepasst hat, läuft Gefahr, Runciter zu übersehen – und das wäre ein Verlust, denn, soviel vorweg, Runciter hat es in sich.

uhbik_bild25

Lassen wir Runciter doch gleich mal auf die Drums los – mit dem Preset „ruffian“ klingt es schön kaputt:

 

Auch bei der Bearbeitung von E-Drums geht es heftig zu. Hier ein Original als Toontracks EZX Electro für den EZdrummer:

 

Und mit dem Runciter:

 

Runciter bietet eine Mischung aus Low-, Band- und High-Pass Filter, die über die übergeordneten Regler für Cutoff und Resonanz gesteuert werden.

Hier bietet sich die Möglichkeit an, einen externen Controller zur Animation des Cutoff-Reglers zu verwenden. Über extern/MIDI und das benachbarte Aufklappmenü stehen einige Standards bereit. Der Regler extern/MIDI erlaubt wiederum eine genauere Dosierung der Modulation, sprich: deren Skalierung und Richtung.

uhbik_bild26

Daneben verfügt Runciter über eine Hüllkurve zur Steuerung der Modulation. Zur Wahl stehen sechs Hüllkurven-Generatoren: Fast, ride und slow kombiniert kurze und längere Attack/Release-Zeiten, transient bewirkt, dass das eingehende Signal nach kurzen Impulsen, Transienten, abgetastet wird, die dann die Hüllkurve auslösen – ideal für Drums. Zudem gibt es zwei midi-Modes: Beide MIDI Modes reagieren auf Note On und nutzen den Velocity-Wert der Note.

Der Unterschied bei midi 2 ist, dass es von Note zu Note zum jeweiligen Velocity-Wert ’gleitet’ (mit einstellbarer Geschwindigkeit) und dann dort verharrt bis zur nächsten Note. Man kann midi 2 z.B. wie eine Art Modulations-Sequenzer nutzen, um rhythmische Pattern zu erzeugen.

Die Einflussstärke der Hüllkurve auf den Filter-Cutoff, die Modulationsrichtung und -geschwindigkeit kann ebenfalls justiert werden. Abgesehen von den beiden Midi-Spielarten reagiert die Hüllkurve als Follower auf den Pegel des Eingangssignals per Schwellenwert: Dieser Vorgang wird per env sens an die Dynamik es Eingangssignals angepasst. Eine Aktivitätsanzeige oberhalb des Reglers hilft, die richtige Empfindlichkeit einzustellen.

uhbik_bild27

Rau und verzerrt wird es, wenn man mittels Drive den Eingangspegel anhebt und das Filter hart anfährt oder übersteuert (bis +48 dB). Fuzz fügt eine starke Verzerrung hinzu, deren Klangfarbe über colour geregelt wird (ähnlich wie bei einem Gitarren-Bodentreter).

Hier habe ich den Filter-Cutoff über das Modulationsrad (indirekt, d.h.: unter Verwendung von extern/MIDI) gesteuert:

 

Runciter kann es auch mit ausgewachsenen Filter-Boxen aus dem Hardware-Lager locker aufnehmen. Von dezenten Färbungen bis zu brachialen Verzerrungen eröffnet sich eine breites Einsatzgebiet. Dabei überzeugt Runciter mit einem äußerst markanten und detailreichen Klang. Die Selbstoszillation des Filters bei hohen Resonanzen ist einzigartig gelungen und klingt richtig schön derb, niemals dünn oder piepsig. Drive und Fuzz steuern jede Menge Schmutz bei, ohne dass es verwaschen klingt. Einfach exzellent.

 

Inhalt:

Einleitung
Zusammenfassung
Installation
Die Details
Uhbik-A – Ambience Processor
Uhbik-D – Delay
Uhbik F – Post Retro Flanger
Uhbik P – Pre Future Phaser
Uhbik G – Grains & Pitch
Uhbik Q – Equalizer
Uhbik-S – Frequency Shifter
Uhbik-T – Trans Modern Pan & Tremolo
Runciter – Distorting Filter (digital filter)
Surround
Fazit